Fahrlässige Tötung (§ 222 StGB)


Schema zu:

A. Tatbestand
I. Handlung
II. Erfolg
Tod eines anderen Menschen

III. Kausalität
Eine Handlung ist ursächlich (kausal) für den Erfolg, wenn sie nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.

IV. Objektive Zurechnung
Objektiv zurechenbar ist ein Erfolg dann, wenn der Täter eine rechtlich relevante Gefahr geschaffen hat, die sich im tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert hat.

V. Fahrlässigkeit
1. Objektive Sorgfaltspflichtverletzung
  • Außerachtlassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt
2. Objektive Vorhersehbarkeit
  • Erfolgseintritt und Kausalverlauf müssen objektiv vorhersehbar sein
B. Rechtswidrigkeit
  • Rechtswidrigkeit ist durch Tatbestandsverwirklichung indiziert.
  • Rechtfertigungsgründe (z.B. §§ 32, 34 StGB) nur bei Vorliegen von Anhaltspunkten zu prüfen.
C. Schuld
Bei Fahrlässigkeitstaten sind in der Schuld bei Anhaltspunkten zu prüfen:

  • Subjektive Sorgfaltspflichtverletzung
  • Subjektive Vorhersehbarkeit
Als mögliche Schuldausschließungs- bzw. Entschuldigungsgründe kommen insbesondere in Betracht:

  • unvermeidbarer Verbotsirrtum (§ 17 S. 1 StGB)
  • Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen (§ 20 StGB)
  • Notwehrexzess (§ 33 StGB)
  • entschuldigender Notstand (§ 35 StGB)