Art. 61

Langtitel:
Verfassung des Freistaates Bayern
Abkürzung:
BayVerf
Normgeber:
Freistaat Bayern
Fundstelle:
GVBl. 1946, S. S=333
Ausfertigungsdatum:
15.12.1998
Stand:
Zuletzt geändert durch § 1 ÄndG vom 11.11.2013 (GVBl. S. 642)
(1)
Der Verfassungsgerichtshof entscheidet über Anklagen gegen ein Mitglied der Staatsregierung oder des Landtags.
(2)
Die Anklage gegen ein Mitglied der Staatsregierung ist darauf gerichtet, daß die Verfassung oder ein Gesetz von ihm vorsätzlich verletzt worden ist.
(3)
Die Anklage gegen ein Mitglied des Landtags ist darauf gerichtet, daß es in gewinnsüchtiger Absicht seinen Einfluß oder sein Wissen als Mitglied des Vertretungskörpers in einer das Ansehen der Volksvertretung gröblich gefährdenden Weise mißbraucht hat oder daß es vorsätzlich Mitteilungen, deren Geheimhaltung in einer Sitzung des Landtags oder einer seiner Ausschüsse beschlossen worden ist, in der Voraussicht, daß sie öffentlich bekannt werden, einem anderen zur Kenntnis gebracht hat.
(4)
1Die Erhebung der Anklage erfolgt durch den Landtag auf Antrag von einem Drittel der gesetzlichen Mitgliederzahl und bedarf einer Zweidrittelmehrheit dieser Zahl.
2Jedes Mitglied der Staatsregierung oder des Landtags kann Antrag gegen sich selbst stellen.