unmittelbares Ansetzen


Definition zu:

Unmittelbares Ansetzen liegt vor, wenn der Täter subjektiv die Schwelle zum "jetzt geht's los" überschreitet und objektiv eine Gefährdung oder Verletzung des Rechtsguts unmittelbar bevorsteht.

Keywords
  • "jetzt geht's los" aus Tätersicht
  • keine wesentlichen Zwischenschritte zur Rechtsgutsgefährdung
  • unmittelbare Rechtsgutsgefährdung aus Tätersicht
  • enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang zwischen Täterverhalten und Rechtsgutsgefährdung
Klausurtipps
  • Es herrschen sehr viele unterschiedliche Auffassungen, wie das unmittelbare Ansetzen zu definieren ist. In der Klausur ist jedoch in keinem Fall ein Meinungsstreit zu führen, sondern eine wertende Gesamtbetrachtung anzustellen.
  • Liegt ein unklarer Fall vor, ist folgende erweiterte Version der Definition zu wählen: "Unmittelbares Ansetzen liegt vor, wenn der Täter subjektiv die Schwelle zum "jetzt geht's los" überschreitet und objektiv eine Gefährdung oder Verletzung des Rechtsguts unmittelbar bevorsteht. Aus Tätersicht muss das Rechtsgut unmittelbar gefährdet sein und objektiv muss ein enger zeitlicher und räumlicher Zusammenhang zwischen Täterverhalten und Rechtsgutsgefährdung bestehen."
  • Viele Streitigkeiten z.B. hinsichtlich des Unmittelbaren Ansetzens des Mittäters oder im Falle des Unterlassens können über eine wertende Anwendung der erweiterten Definition gelöst werden. Allerdings müssen in der Klausur die einzelnen Meinungen bzw. möglichen Ansichten dennoch dargestellt werden.
Fundstellen
  • JuS 09, 985-988
  • Jura 11, 909 ff.
  • JA 14, 911
  • JuS 13, 879
  • BGHSt 2, 380
  • BGHSt 26, 201
  • BGHSt 30, 363 (364)
  • BGHSt 48, 34, 35
  • NStZ 15, 399