Sich bemächtigen


Definition zu:

Sichbemächtigen bedeutet, dass der Täter die physische Herrschaft über das Opfer ohne oder gegen dessen Willen erlangt.

Keywords
  • physische Herrschaft über das Opfer
  • gegen oder ohne den Willen
Hintergrundwissen
  • Das Sichbemächtigen setzt keine Ortsveränderung voraus.
  • Auch bei dieser Variante muss § 239 StGB nicht verwirklicht sein.
  • § 239a I Var. 1 StGB erfasst auch reine Zwei-Personen-Konstellationen. Nach der strRsprg ist in einem solchen Fall eine Strafbarkeit nach § 239a I Var. 1 StGB bei gleichzeitigem Vorliegen der §§ 255, 253 StGB nur dann gegeben, wenn durch das Sichbemächtigen eine Zwangslage iSe stabilen Bemächtigungslage entsteht, die sodann zu einem weiteren Nötigungsakt ausgenutzt wird; dabei muss allerdings noch ein funktionaler und zeitlicher Zusammenhang bestehen. Fallen Bemächtigungs- und Erpressungshandlung in einen Akt, fehlt es gerade an der stabilen Zwischenlage.
  • Bei § 239b StGB geht es dem Täter - anders als bei § 239a StGB - nicht um Bereicherungszwecke.
Klausurtipps
  • In jedem Fall von Erpressung oder Raub ist § 239 a/b anzusprechen, da in dem Nötigungsmittel ein Sichbemächtigen gesehen werden kann.
Wichtige Fälle
Umstrittene Fälle
  • Fehlen einer stabilen Bemächtigungslage bei gleichzeitiger Verwirklichung von §§ 255, 253 StGB
Fundstellen
  • BGH NStZ 1996, 277