hinterlistiger Überfall


Definition zu:

Ein Überfall ist ein plötzlicher, unerwarteter Angriff auf einen Ahnungslosen. Er ist hinterlistig, wenn der Täter seine wahren Absichten planmäßig berechnend verdeckt, um dadurch dem Opfer die Abwehr zu erschweren.

Keywords
  • plötzlicher, unerwarteter Angriff auf einen Ahnungslosen
  • planmäßige Verdeckung der wahren Absichten durch den Täter
  • dadurch Erschwerung der Abwehr durch das Opfer
Fundstellen
  • Fischer, StGB, 65. Auflage (2018), § 224 Rn. 10
Hintergrundwissen
  • Anders als bei der Heimtücke (§ 211 StGB) genügt nicht schon die Ausnutzung der Arglosigkeit des Opfers, der Täter muss stattdessen vor dem Angriff auf die Wahrnehmung des Opfers eingewirkt haben.
Klausurtipps
  • Regelmäßig ist in Klausuren von der bloßen Ausnutzung des Überraschungsmoments abzugrenzen.
Wichtige Fälle
Anerkannte Fälle
  • Täter verwickelt das Opfer in ein Gespräch, um Friedfertigkeit vorzutäuschen
Nicht zutreffende Fälle
  • bloße Ausnutzung des Überraschungsmoments
  • Täter verschafft sich unter Anwendung von List Zutritt zur Wohnung und fasst erst danach die Verletzungsabsicht
Fundstellen
  • RGSt 65, 65 (66)
  • BGH GA 1989, 132