Räuberischer Diebstahl (§ 252 StGB)


Schema zu:

A. Tatbestand
I. Objektiver Tatbestand
1. Vortat
Die Vortat muss ein Diebstahl im Sinne des § 242 StGB sein. Dieser kann dabei auch in einem anderen Delikt (z.B. § 249 I StGB) als Grundtatbestand enthalten sein.

2. Auf frischer Tat betroffen
Auf frischer Tat betroffen ist der Täter, wenn das Opfer oder ein Dritter den Täter nach Vollendung, aber vor Beendigung der Tat am Tatort selbst oder in dessen unmittelbarer Nähe wahrnimmt oder eine solche Wahrnehmung unmittelbar bevorsteht.

3. Einsatz eines qualifizierten Nötigungsmittels
a) Gewalt gegen eine Person
Gewalt ist die Vermittlung körperlich wirkenden Zwangs zur Überwindung eines geleisteten oder erwarteten Widerstands.

b) Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben
Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben ist das In-Aussichtstellen eines künftigen Übels, auf welches der Täter Einfluss zu haben vorgibt und bei dem als Schaden der Eintritt einer nicht ganz unerheblichen Körperverletzung oder gar des Todes droht.

II. Subjektiver Tatbestand
1. Vorsatz
Vorsatz bzgl. aller objektiven Tatbestandsmerkmale.

2. Beutesicherungsabsicht
Beutesicherungsabsicht ist der zielgerichtete Wille des Täters, eine Gewahrsamsentziehung zu verhindern.

B. Rechtswidrigkeit
  • Rechtswidrigkeit ist durch Tatbestandsverwirklichung indiziert.
  • Rechtfertigungsgründe (z.B. §§ 32, 34 StGB) nur bei Vorliegen von Anhaltspunkten zu prüfen.
C. Schuld
Sofern keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorliegen, kann die schuldhafte Begehung kurz im Urteilsstil bejaht werden.
Als mögliche Schuldausschließungs- bzw. Entschuldigungsgründe kommen insbesondere in Betracht:

  • unvermeidbarer Verbotsirrtum (§ 17 S. 1 StGB)
  • Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen (§ 20 StGB)
  • Notwehrexzess (§ 33 StGB)
  • entschuldigender Notstand (§ 35 StGB)