Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB)


Schema zu:

A. Tatbestand
I. Grunddelikt
  • Verwirklichung des objektiven und subjektiven Tatbestands zumindest des § 223 I StGB.
  • Grunddelikt kann auch qualifiziert sein (§ 224 I, 226 StGB).
II. Erfolgsqualifikation
1. Eintritt der schweren Folge
Tod der verletzten Person

2. Kausalität
Die Verwirklichung des Grunddelikts muss kausal für den Eintritt der schweren Folge sein.

3. Tatbestandsspezifischer Gefahrzusammenhang
In dem Eintritt der schwere Folge muss sich gerade die tatbestandsspezifische Gefährlichkeit des Grunddelikts verwirklicht haben.

4. Fahrlässigkeit bzgl. der schweren Folge
B. Rechtswidrigkeit
  • Rechtswidrigkeit ist durch Tatbestandsverwirklichung indiziert.
  • Rechtfertigungsgründe (z.B. §§ 32, 34 StGB) nur bei Vorliegen von Anhaltspunkten zu prüfen.
  • Bei Einwilligung des Opfers Grenzen des § 228 StGB beachten.
C. Schuld
Sofern keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorliegen, kann die schuldhafte Begehung kurz im Urteilsstil bejaht werden.
Als mögliche Schuldausschließungs- bzw. Entschuldigungsgründe kommen insbesondere in Betracht:

  • unvermeidbarer Verbotsirrtum (§ 17 S. 1 StGB)
  • Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen (§ 20 StGB)
  • Notwehrexzess (§ 33 StGB)
  • entschuldigender Notstand (§ 35 StGB)