Körperverletzung (§ 223 I StGB)


Schema zu:

A. Tatbestand
I. Objektiver Tatbestand
1. Handlung
2. Erfolg
a) Körperliche Misshandlung
Die körperliche Misshandlung ist eine üble, unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtigt.

b) Gesundheitsschädigung
Die Gesundheitsschädigung ist jedes Hervorrufen oder Steigern eines krankhaften, pathologischen von den körperlichen Normalfunktionen abweichenden Zustands.

3. Kausalität
Eine Handlung ist ursächlich (kausal) für den Erfolg, wenn sie nicht hinweggedacht werden kann, ohne dass der Erfolg in seiner konkreten Gestalt entfiele.

4. Objektive Zurechnung
Objektiv zurechenbar ist ein Erfolg dann, wenn der Täter eine rechtlich relevante Gefahr geschaffen hat, die sich im tatbestandsmäßigen Erfolg realisiert hat.

II. Subjektiver Tatbestand
Vorsatz bzgl. aller objektiven Tatbestandsmerkmale.

B. Rechtswidrigkeit
  • Rechtswidrigkeit ist durch Tatbestandsverwirklichung indiziert.
  • Rechtfertigungsgründe (z.B. §§ 32, 34 StGB) nur bei Vorliegen von Anhaltspunkten zu prüfen.
  • Bei Einwilligung des Opfers Grenzen des § 228 StGB beachten.
C. Schuld
Sofern keine gegenteiligen Anhaltspunkte vorliegen, kann die schuldhafte Begehung kurz im Urteilsstil bejaht werden.
Als mögliche Schuldausschließungs- bzw. Entschuldigungsgründe kommen insbesondere in Betracht:

  • unvermeidbarer Verbotsirrtum (§ 17 S. 1 StGB)
  • Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen (§ 20 StGB)
  • Notwehrexzess (§ 33 StGB)
  • entschuldigender Notstand (§ 35 StGB)
D. Strafantrag
  • Strafverfolgung gemäß § 230 I 1 1. HS StGB nur auf Antrag
  • Ausnahme: besonderes öffentliches Interesse (§ 230 I 1 2. HS StGB)