Vorsatz


Definition zu:

Vorsatz ist das Wissen und Wollen hinsichtlich der Tatbestandsverwirklichung.

Hintergrundwissen
  • Absicht (dolus directus 1. Grades) liegt vor, wenn der Täter den Erfolg herbeiführen will.
  • Sicheres Wissen (dolus directus 2. Grades) liegt vor, wenn der Täter die Tatbestandsverwirklichung für sicher hält, ohne sie aber anzustreben.
  • Eventualvorsatz (dolus eventualis) liegt vor, wenn der Täter den Taterfolg für möglich hält, ihn aber billigend in Kauf nimmt.
Klausurtipps
  • Bei Tatbegehung genügt ein sachgedankliches Mitbewusstsein. Ein ständiges Denken an die Tat ist nicht erforderlich.
  • Die sehr problematische Abgrenzung zwischen dolus eventualis und bewusster Fahrlässigkeit ist nur zu behandeln, wenn der Sachverhalt dieses Problem eindeutig aufwirft. Ansonsten ist unter die in der Rechtsprechung anerkannte Definition zu subsumieren.
Fundstellen
  • RGSt 51, 305 (311)
  • BGHSt 36, 1 (17)
  • Jura 01, 55 (56)