unbefugt nachstellen


Definition zu:

Nachstellen umfasst alle einseitig vom Täter ausgehenden Verhaltensweisen, die darauf ausgerichtet sind, durch unmittelbare oder mittelbare Annäherungen an das Opfer in dessen persönlichen Lebensbereich einzugreifen und dadurch seine Handlungs- und Entschließungsfreiheit zu beeinträchtigen. Unbefugt bedeutet, dass der Täter gegen den Willen des Opfers handelt und auch sonst nicht zulässigerweise seine Rechte ausübt.

Hintergrundwissen
  • Nach h.M. und insbesondere der Gesetzesbegründung handelt es sich bei der "Unbefugtheit" um ein echtes Tatbestandsmerkmal. Sozialadäquate Verhaltensweisen (etwa initiatives Versenden von Blumen an eine Angebetete) sollen dadurch von vornherein aus dem Tatbestand ausscheiden, ohne dass es auf allgemeine Rechtfertigungsgründe ankommt.
Keywords
  • Eingriff in den persönlichen Lebensbereich durch Annäherung
  • Beeinträchtigung der Handlungs- und Entschließungsfreiheit
Fundstellen
  • BGHSt 54, 189 (193)
  • NStZ-RR 2013, 145 (146)