subjektives Rechtfertigungselement


Definition zu:

Die Handlung muss von einem subjektiven Rechtfertigungselement getragen sein.

Keywords
  • subjektives Rechtfertigungselement
Hintergrundwissen
  • Nach hM darf sowohl das Handlungs- als auch das Erfolgsunrecht für eine Rechtfertigung nicht vorliegen. Deshalb wird ein subjektives Rechtfertigungselement gefordert.
  • Bei Fahrlässigkeitsdelikten ist deren Struktur zu berücksichtigen. Hier ist das Handlungsunrecht weitaus geringer als bei einem Vorsatzdelikt; es überschreitet nicht die Schwelle der Strafbarkeit (wenn "nichts passiert" ist, ist kein Straftatbestand erfüllt, soweit kein Gefährdungsdelikt greift). Bei einem Vorsatzdelikt dient aber das subjektive Rechtfertigungselement dazu, das Handlungsunrecht zu kompensieren. Dieser Gedanke ist auf Fahrlässigkeitsdelikte nicht übertragbar. Deshalb genügt hier eine objektive Notwehrlage.
Fundstellen
  • GA 80, 68
  • Frankfurt NJW 50, 119 (120)
  • Jura 07, 33
  • JZ 98, 366