lebensgefährdende Behandlung


Definition zu:

Das Leben gefährdende Behandlungen sind solche, die ihrer Art nach und bei Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls generell geeignet sind, das Leben zu gefährden.

Keywords
  • ihrer Art nach und bei Berücksichtigung der Umstände des Einzelfalls
  • generelle Eignung, das Leben zu gefährden
Hintergrundwissen
  • Als abstraktes Gefährdungsdelikt bedarf es nach der st. Rspr. keiner konkreten Lebensgefährdung. Ansonsten verschwömme die Abgrenzung zum versuchten Totschlag. In der Gesetzesbegründung zum 6. StrRG hat der Gesetzgeber diese st. Rspr. ausdrücklich anerkannt.
  • Im Rahmen des subjektiven Tatbestandes genügt nach der Rechtsprechung, dass der Täter die Umstände kennt, aus denen sich die Lebensgefahr ergibt. Hinsichtlich der Lebensgefahr selbst bedarf es keines Vorsatzes. Sonst liegt ein versuchter Totschlag mit dolus eventualis vor.
  • Körperverletzungserfolg muss unmittelbare Folge der gefährlichen Behandlung sein, nicht bloßer Reflex.
Fundstellen
  • Fischer, StGB, 65. Auflage (2018), § 224 Rn. 12
  • BGHSt 2, 160 (163)
  • BGH NStZ 2007, 339