Entsprechungsklausel / Modalitätenäquivalenz


Definition zu:

Modalitätenäquivalenz liegt vor, wenn der soziale Sinngehalt des Unterlassens mit dem des Handelns vergleichbar ist.

Keywords
  • Modalitätenäquivalenz
  • Vergleichbarkeit des sozialen Sinngehalts
Hintergrundwissen
  • Modalitätenäquivalenz spielt nur bei verhaltensbezogenen Delikten eine Rolle, d.h. wenn das Gesetz eine bestimmte Handlungsweise – und nicht nur das Herbeiführen eines bestimmten Erfolges – unter Strafe stellt. Nur hier kann dem Unterlassen ein besonderer "Erfolgsunwert" fehlen.
Klausurtipps
  • Bei reinen Erfolgsdelikten liegt stets Modalitätenäquivalenz vor, sodass sie überhaupt nicht erwähnt oder geprüft werden muss.
  • In den anerkannten Fällen genügt regelmäßig die Behauptung, dass das Unterlassen seinem sozialen Sinngehalt nach einem Tun entspricht. Weitere Ausführungen sind nicht erforderlich.
Wichtige Fälle
Anerkannte Fälle
  • "heimtückisch" bei § 211 StGB
  • Täuschung bei § 263 StGB
  • Kundgabe bei § 185 StGB
Umstrittene Fälle
  • Verdeckungsabsicht bei § 211 StGB
  • rohe Misshandlung bei § 225 StGB
  • Eindringen bei § 123 StGB
Fundstellen
  • Jura 2011, 749 ff.
  • JuS 10, 585 (589)