Drohung mit einem empfindlichen Übel


Definition zu:

Drohung ist das In-Aussichtstellen eines künftigen Übels, auf welches der Täter zumindest Einfluss zu haben vorgibt. Sie muss ihrem Erklärungsgehalt nach objektiv geeignet sein, den Eindruck der Ernstlichkeit zu erwecken. Als Übel kommt jede als nachteilig empfundene Veränderung der Außenwelt in Betracht. Empfindlich ist das Übel, wenn von dem Bedrohten nicht erwartet werden kann, dass er der Drohung in besonnener Selbstbehauptung standhält.

Keywords
  • In-Aussichtstellen eines künftigen Übels
  • Täter gibt vor, Einfluss zu haben
  • Ernstlichkeit
Hintergrundwissen
  • Der Prüfung der Ernstlichkeit der Drohung kommt im Rahmen des § 241 StGB besondere Bedeutung zu. Der erforderliche Eindruck der Ernstlichkeit gegenüber einem objektiven Betrachter entsteht i.d.R. noch nicht, wenn der Erklärende schlichtweg aufgebracht war und die Situation von Zeugen nur als bedrohlich empfunden wird.
  • Enthält die Drohung das In-Aussichtstellen einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben, liegt nach § 255 räuberische Erpressung vor.
Wichtige Fälle
Umstrittene Fälle
  • Drohung mit einem Unterlassen
Fundstellen
  • BGHSt 16, 386, 387
  • BGHSt 31, 195, 201
  • BGH NStZ 1992, 278