Bereicherungsabsicht


Definition zu:

Bereicherungsabsicht setzt voraus, dass der Täter den zielgerichteten Willen hat, sich oder einem Dritten einen Vermögensvorteil zu schaffen. Während bei den §§ 253, 263 StGB der angestrebte Vermögensvorteil eine stoffgleiche und rechtswidrige Bereicherung sein muss, ist dies im Rahmen von § 259 StGB nicht erforderlich.

Keywords
  • stoffgleicher rechtswidriger Vermögensvorteil
Hintergrundwissen
  • Es handelt sich um ein Delikt mit überschießender Innentendenz. Ob der Vorteil tatsächlich eintritt, ist daher unerheblich.
  • Dem Täter muss es i.S.v. dolus directus 1. Grades zumindest im Sinn eines notwendigen Zwischenziels auf den Vermögensvorteil ankommen. Das bloße Wissen, dass der Vorteil als notwendige Konsequenz eines in anderer Absicht getätigten Handelns eintritt, genügt nicht.
  • Die im Rahmen der §§ 253 und 263 StGB zusätzlich erforderliche Stoffgleichheit liegt vor, wenn Vorteil und Schaden auf derselben Vermögensverfügung beruhen und der Vorteil unmittelbar zu Lasten des geschädigten Vermögens geht. Der Vorteil muss die "Kehrseite des Schadens" sein. Darin kommt der Charakter der Erpressung als Vermögensverschiebungsdelikt zum Ausdruck.
Fundstellen
  • Wittig JA 2013, 401 ff.